Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Klassiknacht

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"ich klebe an gott". Anlässlich des 20. Todestages von Ernst Jandl denkt der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell über radikalen und schonungslosen Dichter nach Ernst Jandl konnte feststehende Sätze und Phrasen in witzigen Sprachspielen demaskieren wie kaum ein anderer. Gerne arbeitete er dabei auch mit religiösem Sprachmaterial. Während Jandl das Wort "ich" in seinen Texten zunächst vermied, hat seine Biografie in den letzten Jahrzehnten seines Lebens zunehmend Eingang in seine Gedichte gefunden. Besonders überraschend war, dass der alte Spötter Jandl plötzlich auch Texte mit einem gebrochenen, aber doch positiven Bezug zum Katholizismus seiner Kindheit und Jugend schrieb. Im Gespräch darüber und über fundamentale Lebenserfahrungen war er von radikaler und schonungsloser Offenheit - schonungslos vor allem sich selbst gegenüber. Seine radikale künstlerische und menschliche Ehrlichkeit, so der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell, ermutige auch zum unzensurierten Nachdenken über das eigene Gottesbild. Gestaltung: Alexandra Mantler

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Irene Suchy. "Ich bin die Welle" - Musikproduktion für das Radio. Hörspiele zum Mitsingen, für Schauspieler und Sängerinnen, für Orchester und Jazz Band. Radio-Hören und Musizieren im gemeinsamen Haushalt - als Vorsichtsmaßnahme! Die Kunst des Blockflötenvirtuosen Jakob van Eyck, aus seiner Behinderung Improvisation zu kreieren und die Kunst des Werner Finck, Nachkriegswitze zu machen.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Blumen-Moden. Die Ökologin Karin Hochegger spricht über Lieblingspflanzen aus vergangenen Zeiten. Teil 1:Der Zauber von Akelei und Veilchen Gestaltung: Renate Pliem Blumen begleiten den Menschen schon seit Jahrtausenden. Man legte Gärten an, nicht nur, um sich zu ernähren, sondern auch, um sich an der Schönheit der Blütenpflanzen zu erfreuen. Blumen wurden in Mythen verewigt, in Gedichten besungen und erschienen auf zahlreichen Abbildungen. Blumen-Moden entstanden. Das Mittelalter war die Zeit der Rose und der Lilie, aber auch der Akelei. Diese Blütenpflanze ist sehr kunstvoll aufgebaut: Die Blätter sind dreigeteilt und die Blüte besteht aus fünf Teilen. Im Volksmund heißt die Akelei deshalb "Fünf Vögerl zusamm" - sie sieht aus, als würden fünf Tauben ihre Köpfe zusammenstecken. Eine weitere Pflanze, die im Mittelalter sehr geschätzt wurde, war das Duftveilchen, Viola odorata. Ab der Renaissance ändern sich die Blumen-Moden. Durch Entdeckungsreisen kommen Pflanzen von weither, sie werden gehandelt, und es wird mit ihnen spekuliert. Das "Tulpenfieber" bricht im 17. Jahrhundert aus: Tulpen mit flammenartigen Farbnuancen und gebrochenen Tönen von Gelb, Orange und Rot kommen in Mode. Doch diese aufsehenerregenden Muster werden durch einen Virus hervorgerufen, die Pflanzen sind daher kränklich und können die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Der nächste Hype sind die Gartennelken, die in vielen unterschiedlichen Sorten und Farben gezüchtet werden. Drei Duftpflanzen wehten durch das 18. und 19. Jahrhundert: Levkoje, Resede und Duftwicke. Sie sind heute kaum mehr in Gärten zu finden, wohl auch deshalb, weil sich die Blumen-Moden stark geändert haben: Heute wird viel mehr auf ganzjährige sichtbare Blütenpracht Wert gelegt, der Duft ist in den Hintergrund gedrängt worden. Eine Pflanze, die sich über viele Jahrhunderte behauptet hat, ist die Rose. Die Alten Rosen wie Rosa Alba, Essigrosen und Damaszenerrosen blühen nur zwei Wochen im Jahr. Aus China wurden Rosen eingeführt, die länger blühen, zahlreiche Teehybride-Züchtungen entstanden. Doch die Alten Rosen überdauerten in einigen Gärten, und so konnte der britische Züchter David Austin im 20. Jahrhundert die Englischen Rosen entwickeln - sie haben den Duft und die Blütenform der Alten Rosen, aber auch eine lange Blühdauer.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Das Meer

Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (1). Gestaltung: Ute Maurnböck Wer ans Meer denkt, denkt an Weite, Rauschen und Tosen, an Freiheit und womöglich Urlaub. Seit jeher symbolisiert es das Unbekannte - bis heute sind Teile der Ozeantiefen nicht erforscht. Und viele Jahrhunderte lang verhieß das Meer Schrecken: auch wenn es Nahrungsgeber war, wer in die Wellen geriet, war verloren, denn kaum jemand konnte schwimmen. Die Fischer der irischen Aran Inseln trugen Pullover mit familientypischen Mustern, an denen sie erkannt wurden, so ihre unkenntlichen Leichen nach einem Unfall an die Küste gespült wurden. Bis "die See" beziehungsweise die Küstenorte als Rückzugsräume und Motive für Kunstschaffende entdeckt wurde, dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert. Dann wurde sie en vogue. Die Luft war gut, die angereiste Oberschicht konnte an den Promenaden flanieren. Dazu kam die Fantasie vom "Ungezügelten": man schwärmte von Fernreisenden wie der Österreicherin Ida Pfeiffer, ohne die Beschwerlichkeiten an Bord zu hinterfragen genauso wie man den ungebundenen Matrose verherrlichte, auf den in jedem Hafen eine Braut wartet, dem in der Realität aber häufig ein mangelernährter, schuftender Schwerarbeiter gegenüberstand. Das an einem Ort, an dem Gesetzlosigkeit herrschte - und das teilweise bis heute. Piraterie und Sklaverei, etwa auf Shrimpkuttern, sind gegenwärtig. Zudem droht das Idyll Meer in den vergangenen Jahre n in den Schlagworten Müllteppich, Meeresspiegelanstieg und Fischsterben zu versinken.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Positives Körpergefühl

Was es stärkt und was es behindert (1). Gestaltung: Ilse Huber Mehr als einen Monat hat es gedauert: Das Virus mit dem klingenden Namen ?Corona' hat die Menschen dazu verdammt, sich in den eigenen vier Wänden aufzuhalten. Essen, schlafen, telekommunizierend organisieren und trotzdem mit den Nächsten auskommen. Eine Herkulesaufgabe. Noch dazu, wenn der gewohnte Sportausgleich fehlte. Fitnessstudio? Geschlossen. Trainingseinheit? Abgesagt. Massagen? Verboten. Ausgedehnte Wanderungen oder Skitouren? Ein Fall für Strafen. Nach der Zeit der Entbehrung regt sich das Körpergefühl. Die Hosen passen nicht mehr? Der Gürtel muss weiter gestellt werden? Und die Kleidergröße hat zwei Sprünge nach vorn gemacht? Nach ausreichendem Verzehr von Fleisch, Schokolade und Snacks vor der dem Bildschirm, meldet sich das schlechte Gewissen. Aber muss das so sein? Die verordnete Zwangspause hat vielleicht Ruhe in den ansonsten hektischen Alltag gebracht. Haut und Haar haben sich von Glätteisen sowie Makeup erholt. Und die selbst zubereiteten Gerichte haben idealerweise geschmackliche und erfrischende Abwechslung zu den üblichen Fertigmenüs gebracht. Was bestimmt also ein positives Körpergefühl? Wie kann es nicht nur entfacht, sondern auch erhalten werden? Welche Anreize fördern die Zufriedenheit mit dem eigenen Organismus? Und welche Hemmnisse arbeiten dagegen? Ob alt oder jung, ob Frau, Mann oder Person, das Wohlfühlen im eigenen Körper erzählt eine lange Geschichte.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Mehr ist Mehr

Maximalismus in der Musik (1). Gestaltung: Thomas Mießgang "Pump up the Volume" hieß ein Popsong aus den 1980er Jahren: Das Volumen aufpumpen, den Sound verstärken, die Klangvision aufblasen: Das waren zu allen Zeiten und in allen Genres immer schon Optionen, die von Musikschöpfern gerne genutzt wurden: Ob es sich nun um die "Symphonie der Tausend" handelt, mit der Gustav Mahler am Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art orchestrales Heavy Metal veranstaltete oder um die "Wall of Sound", die Phil Spector mit vielfach übereinander gelegten Tonspuren im Charts-Pop der 1960er Jahre auftürmte. Ob es um den brüllenden Free Jazz geht, den John Coltrane mit seiner Big Band-Klangorgie "Ascension" von der Leine ließ oder um die immersiven Ganzkörpererlebnisse des Psytrance-Musik, mit der gigantische Raves beschallt werden. Das "Mehr ist Mehr" einer maximalistischen Musikvorstellung hat, gerade auch im Vergleich zum "Weniger ist mehr" des Minimalismus immer wieder Konjunkturen erlebt, mit einem Sinnesrausch, dessen Programm auf die totale Überwältigung des Publikums abzielt. Das kann durch nachgerade übermenschliche Komplexität wie bei den kaum noch dechiffrierbaren Kompositionen von Brian Ferneyhough genauso bewerkstelligt werden wie durch die ohrenbetäubende Laustärke der Drones von Phil Niblock der der Rockband SunnO))). Aber auch die akustischen Splitterbomben, die das Produktionsteam The Bomb Squad für die Rapper von Public Enemy produziert hat und das Helikopterquartett von Karlheinz Stockhausen, bei dem die Instrumentalisten hunderte Meter über dem Publikum kreisen, gehört in den maximalistischen Diskurszusammenhang. Es geht beim Klang-Maximalismus um akustische Superkräfte, die, mal elektronisch, dann wiederum durch schiere Massierung konventioneller Instrumente, entfesselt werden, um den Hörer zu verzwergen und im Flow mitzunehmen - man könnte auch von einem akustischen Safe Space sprechen, der einen trägt und beschützt, indem er alle anderen Klangsignale ausblendet und blockiert. Georges Bataille würde von der Aufhebung des Leides der Isolierung in der diskontinuierlichen Individualität durch das Aufgehen im kontinuierlichen Klangstrom der trance-induzierenden maximalistischen Sounds sprechen. Im Gegensatz zum Minimalismus, der an einer Mikrokalibrierung des Bewusstseins arbeitet, schaltet der Maximalismus die kognitiven Rezeptoren des wahrnehmenden Subjektes weitgehend aus und überschwemmt es mit dröhnenden Frequenzen, übermenschlicher Fingerfertigkeit, exzessiver kompositorischer Raffinesse oder bauchfellerschütternden Vibrationen, die das erotische Zentrum des Körpers stimulieren. Das ist faszinierend, wenn auch oft too much und kann auch gefährlich werden. Denn Musik, schreibt der Philosoph Arthur Schopenhauer sei "so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen."

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Robert Fontane Giuseppe Taddei zum 10. Todestag Ausschnitte aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Richard Wagner u.a. Seine Biografie trägt den bezeichnenden Titel "Ich, Falstaff" - und tatsächlich verbinden Generationen von Opernfans seinen Namen mit Verdis letzter Oper, deren Titelhelden er in unzähligen Aufführungen gestaltet hat. Über drei Jahrzehnte hat Giuseppe Taddei in dieser Rolle Erfolge gefeiert und hat sie auf unvergleichliche Weise mit frappierender Menschlichkeit und schelmischem Augenzwinkern ausgestattet. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit lag in der Darstellung italienischer Opernpartien, sein Debüt an der Römischen Oper gab der Zwanzigjährige allerdings im Wagner-Fach, als Heerrufer in "Lohengrin". Der zweite Weltkrieg beendete vorerst die Karriere des Sängers, die dann 1946 in Wien ihre erfolgreiche Fortsetzung fand. Giuseppe Taddei wurde ein Liebling des Wiener Publikums, das die Charakterisierungskunst des Sängers nicht nur in seinen heiteren Rollen, sondern etwa auch als Verdis Rigoletto oder als Scarpia in Puccinis "Tosca" würdigte. Vor 10 Jahren, am 2. Juni 2010, ist der charismatische Operndarsteller hochbetagt verstorben.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Literarische Reise - Italien. "Der Engelfotograf - Eine Kindheit in Kalabrien" von Gino Chiellino. Es liest Johannes Silberschneider. "Niemand kommt auf die Idee, ihm die Frage zu stellen, ob er vorhabe, dem Gott aus dem Norden zu dienen - wie niemand zuvor den Großvater und den Vater gefragt hat, ob der eine dem König aus dem Norden und der andere dem Diktator aus dem Norden dienen wolle." Als die Padres in ihren wehenden schwarzen Soutanen im Sommer 1957 in Kalabrien ankommen, machen sie den armen, kinderreichen Bauernfamilien ein Angebot: die Chance auf Bildung für ihre begabten Söhne gegen die gänzliche Abtretung des Sorgerechts. Sie fragen nicht, welcher Bub besonders fromm ist, sie fragen nur: "Ist er unzufrieden?" Dem Gott im Norden sind die Kinder ausgegangen, schreibt Gino Chiellino zu Beginn seines autobiografisch grundierten Romans "Der Engelfotograf - Eine Kindheit in Kalabrien". Also suchen seine Diener im armen Süden nach Nachschub für ihre Orden, Schulen und Missionen. Der zehnjährige Rusco, der Protagonist in Chiellinos Roman, wird ausgesucht und in ein katholisches Internat im Norden geschickt, wo er erkennen muss, wie hoch der von ihm verlangte Preis für Bildung ist. Gino Chiellino wurde 1946 in armen Verhältnissen in Kalabrien geboren, er studierte in Rom und Deutschland, wo er seit vier Jahrzehnten in Augsburg lebt. Chiellino ist als Literaturwissenschaftler sowie als Schriftsteller, Essayist und Übersetzer tätig und gilt als Mitbegründer interkultureller Literatur in deutscher Sprache. 1987 wurde ihm zusammen mit Franco Biondi der Adelbert-von-Chamisso-Preis für seine auf Deutsch erschienenen Arbeiten verliehen. Redaktion: Cornelia Zetzsche, Bayern 2 Präsentation: Antonia Löffler

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Die Geschichte der I. Republik Gestaltung: Jörg Duit In einer vierteiligen Reihe beleuchtet Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer zentrale Stationen in der Geschichte der I. Republik von 1918 bis 1938. Er erzählt vom Aufbruch in die junge Republik bis zum Unter-gang Österreichs durch den sogenannten "Anschluss" an das Großdeutsche Reich unter der Führung von Adolf Hitler.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Helene Breisach. Das Ensemble Minui spielt Strauss, Puccini und Dvorák. Große Oper zu neunt - das hat sich das Ensemble Minui vorgenommen. Die Musikerinnen und Musiker, die großteils dem Kärntner Symphonieorchester angehören, haben sich vor vier Jahren zum Kammerensemble zusammengefunden: Fünf Streicher, Flöte, Klarinette, Fagott und Horn. Mit ihrer Debüt-CD wollen sie Lust machen auf große Oper, mit Ausschnitten aus "Tosca", "Rusalka" und "Der Rosenkavalier". Sie haben sich also ausgerechnet das Repertoire vorgenommen, bei dem normalerweise besonders viele Musiker im Orchestergraben sitzen. Klarinettist Stefan Potzmann hat die veristischen und spätromantischen Klänge in reizvollen Arrangements auf die Neunerbesetzung reduziert, heruntergebrochen - oder, besser gesagt: auf die Essenz verknappt, ohne dabei das Aroma der Oper zu verlieren.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Mobilitätswende: Die Krise als Chance für das Klima. Gast: Dr. Heinz Högelsberger, Politikwissenschaftler, Universität Wien. Moderation: Marlene Nowotny. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79 E-Mails an punkteins(at)orf.at Für die Menschen waren die Ausgangssperren der vergangenen Wochen auf vielfache Weise belastend - für die Luft haben sie eine Entlastung gebracht: Die Feinstaubwerte sanken, im März und April waren zwischen 30 und 50 Prozent weniger Stickoxide in der Luft als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Hauptgrund dafür war das niedrigere Verkehrsaufkommen. Doch die Lockerungen zeigen: Der Auto- und LKW-Verkehr nehmen zu, die Luftqualität sinkt und die Treibhausgasemissionen steigen. In der Europäischen Union ist der Verkehr für fast 30 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich - Hauptverursacher ist der Straßenverkehr, allen voran private PKW. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und die "neue" Freiheit könnten dazu führen, dass das Verkehrsaufkommen in den nächsten Wochen jenes vergangener Jahre sogar übersteigt. Was bedeutet diese Entwicklung für die lange geplante Mobilitätswende, die einen klimafreundlicheren Weg einschlagen soll? Der Politikwissenschaftler Heinz Högelsberger arbeitet an einem Forschungsprojekt zum sozial-ökologischen Umbau der österreichischen Autoindustrie. Für ihn stellt die gegenwärtige Krise eine Chance dar: Steuergelder sollten jetzt nicht dazu benutzt werden, die Autoindustrie finanziell zu unterstützen, sondern neue Wege in der Industrie einzuschlagen und auf diese Weise Arbeitsplätze zu schaffen, die dem Klimaschutz dienen. Doch sind die Menschen bereit, auf das eigene Auto zu verzichten? Wären E-Fahrzeuge eine klimaneutrale Alternative? Und wie müsste das Mobilitätssystem der Zukunft aussehen, wenn wir die Klimakrise aufhalten wollen? Marlene Nowotny spricht mit Heinz Högelsberger und den Hörerinnen und Hörer über die Mobilitätswende und ob in der gegenwärtigen Krise eine Chance für das Klima liegt. Sie können sich an der Diskussion beteiligen unter 0800 22 69 79 - kostenfrei aus ganz Österreich - oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Webern Symphonie Orchester, Dirigent: Franz Welser-Möst. Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90, "Italienische" * Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4 * Ottorino Respighi: Pini di Roma, Symphonische Dichtung (aufgenommen am 14. Juni 2017 im Großen Musikvereinssaal in Wien). Präsentation: Stephanie Maderthaner Dieses frühsommerliche Konzert, im Juni 2017, mit dem Webern Symphonie Orchester, dem Orchester der Wiener Musikuniversität, verdient es wirklich, als glänzend bezeichnet zu werden. Ein besonderer Schimmer, ein Licht, schien über allem zu liegen. Das lag vor allem auch an der Spielfreude der jungen Musiker und Musikerinnen, an ihrem Einsatz und ihrer Begeisterung. So etwas überträgt sich direkt auf ein hoch konzentriertes Publikum. Dirigent des Abends war Franz Welser-Möst, der sich "einfach als Diener am Werk" sieht. "Ich versuche ganz bewusst, mein Ego zurückzuschrauben und für die Sache da zu sein," meint Welser- Möst (in einem Interview für die Presse, 2011). Das Orchester der MDW- Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ist übrigens fast so alt wie die Institution selbst. Seit der Gründung im Jahre 1812 (noch als "Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde") wird hier der typische Wiener Musizier- und Klangstil gepflegt.

15.30 Uhr
Moment

Gar nicht nebensächlich. Die Eisenbahn von sekundärer Bedeutung Nebenbahn, Lokalbahn, Regionalbahn - die Eisenbahn von sekundärer Bedeutung hat es nicht leicht. Eine Hauptbahn ist schnell und modern, die Nebenbahn kommt manchmal überholt daher: Nostalgie-Lokomotiven mit Dampf oder Diesel, kürzere Wagen, ungesicherte Bahnübergänge, ein langsames Zuckeln durch die Gegend. Zwar wurden und werden einige unrentable Strecken aufgelassen, andere sind beliebt, für Schüler, Pendler, Touristen unverzichtbar und ihre Betreiber rüsten sich für die Zukunft. Nach der Sendung interessiert uns Ihre Meinung unter 0800 22 69 79 oder moment@orf.at: Fahren Sie mit weniger stark frequentierten Eisenbahnverbindungen? Ist Ihnen die Nebenbahn zu langsam, oder schätzen Sie diese Entschleunigung? Sind Sie zufrieden mit dem Fahrplan und den Zügen? Gestaltung: Lukas Tremetsberger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Aufgaben für Daheim Welches Schulkind macht gerne seine Hausübung? Mit den fünf Klassenkolleginnen und -kollegen Alessandro, Florian, Emelie, Julia und Mimi fachsimpelt Rudi über schwere und leichte Hausaufgaben, dass manche sie lieber aufschieben und manche sie gleich nach der Schule erledigen und wer sich am besten am Schreibtisch, am Küchentisch oder im Hort darauf konzentrieren kann. Und er erfährt, was es mit der Hausaufgabe "Helfi-Üben" auf sich hat.

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

40 Grad Unterschied. Thomas Bernhard und Portugal. Feature von Julia Schlager "Was haben sie hier noch für unbeschwerte Landstriche", schwärmte Bernhard von Portugal, das zu seinen Lieblingsländern zählte und für ihn ein Fluchtpunkt vor den mitteleuropäischen Realitäten darstellte. Vor allem das milde Klima an der Atlantikküste hatte es dem Schriftsteller angetan. "Ich bin ja ein Meerfanatiker. Ich brauch' das Gefühl, dass das Meer in der Nähe ist, dann leb' ich schon auf". Ab 1974 reiste Thomas Bernhard regelmäßig nach Portugal. Häufig in Begleitung seines "Lebensmenschen", Hede Stavianicek, aber auch mit dem Bruder oder der langjährigen Freundin Gerda Maleta, seinem "Schiacherl". Noble Hotels und Kartenspiele hätten es ihm möglich gemacht, "quälende Gedanken wegzuwischen". Zumindest kurzfristig, denn Eklat und Drama waren nie weit. Ebenso wenig Österreich. Erzählte Thomas Bernhard von Portugal, erzählte er im Vergleich. "Dort in Portugal hat's zwanzig Grad über Null und da zwanzig Grad unter Null - vierzig Grad Unterschied". Seine Liebe zu dem Land am äußersten Rand Europas währte bis zu seinem Tod. Es wäre aber nicht Thomas Bernhard, wenn er Portugal nicht auch kritisch gesehen hätte. "Das ist halt so, wenn Sie ein gutes Gebiss näher anschauen, dann sehen Sie auch, mit dem ist es nicht weit her". Sprecher: Joseph Lorenz, Nikolaus Kinsky, Sabine Muhar, Ursula Scheidle Redaktion: Alfred Koch

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag. Tom Rohm ist Mitte 60, ist irgendwann in seiner Heimatstadt Neu Ulm an der Donau aufgebrochen, um Jahrzehnte später im Burgenland zu landen. Seine Liebe gehörte immer Gitarre, Banjos und den amerikanischen Songs, die auf den weiten Highways der Unendlichkeit spielen. Was macht so jemand im Burgenland? Regelmäßig in der Bar KlimBim in Blumau spielen, manchmal sogar dreimal die Woche, einmal solo, einmal im Trio und einmal gibt es eine Session. Der Highway und die Weite der untergehenden Sonne, alles findet man auch hier, zwischen Blumau, Gamlitz und Graz und in den Songs von Tom Rohm.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zur Geschichte der Konsumtempel. Mit Astrid Peterle, Jüdisches Museum Wien. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller "Hier lag im vollen Glanz der Straße, unmittelbar neben dem Bürgersteig, ein wahrer Bergsturz billiger Waren, die Versuchung zum Eintritt, Gelegenheitskäufe, die die Kundschaft im Vorbeigehen festhalten sollte. [...] Es sah aus wie das Lager eines Riesenjahrmarktes, das Geschäft schien zu bersten und seinen Überfluß auf die Straße zu werfen." So hieß es 1883 im Roman "Au Bonheur des Dames" des französischen Schriftsteller Emile Zola über das Warenhaus. Mit der Verbreitung von Warenhäusern ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm auch die Kritik an dieser neuen Verkaufsform massenhaft verfügbarer, industriell gefertigter und verhältnismäßig günstiger Waren zu. Die modernen Warenhäuser, Symbole des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels sowie des industriellen Fortschritts wurden von vielen als Provokation und mit großer Skepsis betrachtet. An der Warenhausdebatte beteiligten sich die zunehmend existenziell bedrohten Kleinhändler und Handwerksbetriebe des alten Mittelstandes aber auch jene, die im Aufstieg der Riesenwarenhäuser und des Massenkonsums eine "moralische Gefahr" sahen. Mit dem für alle Teile der Bevölkerung offenstehenden Warenüberfluss wurden gesellschaftliche Wertvorstellungen und Formen sozialer Abgrenzung in Frage gestellt. Unzählige wütende Pamphlete beschworen einen "Kulturverfall" und die "Zerstörung der Wirtschaftsmoral". Die Politisierung der "Warenhausfrage" mit Ende des 19. Jahrhunderts ging einher mit antisemitischen Projektionen auf Großunternehmen, die schließlich von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Die aktuelle Situation einiger Corona-Risikogruppen Gestaltung: Maria Harmer Wieder einen Kaffee mit einer Freundin trinken, zum Friseur gehen, einen Abend beim Heurigen genießen, freilich unter Einhaltung aller vorgeschriebenen Auflagen: Vieles ist in Österreich nun wieder möglich. Doch nicht für alle. Insbesondere Menschen, die einer Risikogruppe angehören, werden angehalten, sich an diversen sozialen Aktivitäten lieber nicht zu beteiligen. Zu groß sei das Risiko einer Ansteckung, zu schwerwiegend wären die Folgen. Ältere Menschen, Krebspatient/innen sowie Menschen mit Beeinträchtigungen haben an der scheinbar allgemeinen Freude über die Lockerungen keinen Anteil. Für Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD ist das verpflichtende Tragen von Masken eine zusätzliche Belastung und Hörbeeinträchtigte, die auf Lippenlesen angewiesen sind, werden in der Kommunikation nun mit neuen Hürden konfrontiert.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

"100 Jahre Proton" Zur Architektur des Allerkleinsten Eine Studiodiskussion Moderation: Armin Stadler Die Materie besteht aus unteilbaren Teilchen, und wer sie kennt und die Kräfte zwischen ihnen versteht, der weiß, was die Welt im Innersten und Großen zusammenhält. Doch das Unteilbare war nie das, wofür es seit Demokrit gehalten wurde: unteilbar. Es wurde im Laufe der Physikgeschichte immer kleine.: Atom - Atomkern - Proton und Neutron - Quarks. Stellt sich die Frage: Ist nun endgültig Schluss mit der Zerlegung der Welt? Oder sind die heute bekannten Elementarteilchen nur das Allerkleinste, das derzeit technisch realisierbar? Die Physiker André Hoang und Eberhard Widmann antworten im Dimensionen-Studio und diskutieren den Wissenstand in der Teilchenphysik, die Suche nach elementaren Entitäten, die Grenzen des atomistischen Denkens und die verbliebenen Rätsel im quantenmechanischen Liliput subatomarer Teilchen. - 100 Jahre nachdem Ernest Rutherford den Begriff "Proton" geprägt hat.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Marc-André Hamelin, Klavier. Ludwig van Beethoven-Franz Liszt: Adelaide (arrangiert für Klavier solo) * Franz Schubert: Sonate A-Dur D 959 * Robert Schumann: a) Fantasie C-Dur op. 17; b) Zugabe: Aus "Waldszenen" op. 82 (aufgenommen am 29. Juni 2018 im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg im Rahmen der "Schubertiade Schwarzenberg 2018"). Präsentation: Stefan Höfel Der kanadische Pianist Marc-André Hamelin gilt vielen Klavierfreunden als einer der größten Virtuosen der Gegenwart. Für dieses hat er ein Programm mit Ludwig van Beethovens "Adelaide" (arrangiert für Klavier solo von Franz Liszt), Franz Schuberts großer Sonate in A-Dur und Robert Schumanns Fantasie in C-Dur zusammengestellt. (Schubertiade Schwarzenberg)

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Wurscht Gestaltung: Stephan Pokorny Politik ist reduziert auf Propaganda in der bezahlten Gratis-Boulevardpresse. WURSCHT! Soziopathen regieren Weltmächte. WURSCHT? Im Schnitzelland geht's ZACK ZACK ZACK! und GLOCKGLOCKGLOCK! WURSCHT! In knapp vier Jahren ebenso viele Regierungen. Wahlkampf in der Endlosschleife. Täter gebärden sich als Opfer der eigenen Schmutzkübelkampagnen. Da kann der Satiriker kaum mithalten. Fake-News und Message-Control dominieren. Lukas Resetarits ist es nicht WURSCHT, darum stellt er Fragen und sucht Antworten. Ein Live-Mitschnitt aus dem Stadtsaal Wien vom Dezember 2019.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Das Meer. Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (1). Gestaltung: Ute Maurnböck Positives Körpergefühl. Was es stärkt und was es behindert (1). Gestaltung: Ilse Huber Mehr ist mehr. Maximalismus in der Musik (1). Gestaltung: Thomas Mießgang

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Zeitgenössische Klänge aus der Geschichte des Osterfestivals Tirol Seit 32 Jahren gehören die Veranstaltungen des Osterfestivals fest zur Kar- und Osterzeit in Tirol. Bis auf das Jahr 2020 - als auch dieses Festival auf Grund der Corona-Pandemie verschoben werden musste. Wir nehmen diese Festivalpause zum Anlass, um in die jüngere Vergangenheit zu blicken und einige Highlights im Bereich der zeitgenössischen Musik, die in den letzten 20 Jahren beim Osterfestival aufgeführt wurden, wieder zu Gehör zu bringen. Gestaltung: Patrizia Jilg

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Andreas Maurer Musikauswahl: Gerald Kolbe dazw. 03:00 Uhr Nachrichten